SPD-Kreisverband Görlitz geht mit vier Kandidaten in die Landtagswahl.

Veröffentlicht am 23.11.2013 in Wahlen
 

Bei der Wahlkreiskonferenz zur Aufstellung der Direktkandidaten zur Landtagswahl wurden am Sonnabend im Görlitzer ASB-Heim insgesamt vier Kandidaten gewählt. Thomas Baum vom Wahlkreis 57 erhielt 83 Prozent Stimmen, Gerhild Kreutziger für den Wahlkreis 58 kam auf 78 Prozent, Andreas Herrmann vom Wahlkreis 59 wurde mit 75 Prozent gewählt. Katrin von Schäwen erhielt im zweiten Wahlgang 74 Prozent.

Kreisvorsitzender Thomas Jurk, MdB sagte zuvor in seiner Eröffnungsansprache, dass er sich für die sächsische SPD ein deutlich besseres Wahlergebnis wünsche. Er sei überzeugt, dass die vier Kandidaten in ihren Wahlkreisen ihr Bestes geben würden, um dies zu realisieren. Der Wahltermin stehe allerdings noch nicht fest. Jurk kritisierte in diesem Zusammenhang, dass die CDU-Landesregierung aus wahltaktischen Gründen diesen Termin noch nicht festgelegt hat.

Thomas Baum aus dem Wahlkreis 57möchte als Kandidat vor allem mit wirtschaftspolitischen Themen punkten. Der Bad Muskauer Stadtrat will im Wahlkampf vor allem mit Fach- und Sachkompetenz überzeugen. Der studierte Diplomingenieur für Bauwesen sagte, dass er sich gegen die weitere Verwahrlosung von Bahnhöfen einsetzen wird . Gleichzeitig kritisierte er in seiner Vorstellung Verzögerungen im Straßenbau sowie die Ausdünnung des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV). Chancen für die Region sieht er im Tourismus. Gleichzeitig positionierte sich der Bewerber aus dem Norden des Landkreises für den weiteren Abbau von Braunkohle bis zum Jahr 2050 zum Erhalt von Arbeitsplätzen. Ehrenamtlich ist Thomas Baum im Sportverein Rot-Weiß Bad Muskau aktiv, wo er auch als Stadionsprecher wirkt. Darüber hinaus gilt sein Engagement weiteren Vereinen, darunter dem Deutsch-Rumänischen Wirtschafts- und Kulturforum.

Landtagskandidat, Thomas Baum.

Landtagskandidat, Thomas Baum.

Gerhild Kreutziger sagte in ihrer Rede, dass sie sich persönlich mit sehr viel Kraft in die Aktivierung des Görlitzer Ortsvereins eingebracht habe. Ziel, neben einem guten Ergebnis zur Landtagswahl sei auch, dass die Görlitzer SPD im Jahr 2014 wieder in Fraktionsstärke in den Stadtrat einzieht. Mit neuen Impulsen und Ideen möchte sie sich dafür einbringen. Ihr besonderes Engagement gilt der Europapolitik, dem Sport sowie die Förderung von Benachteiligten sowie dem Thema gute Arbeit. Gerhild Kreutziger studierte zunächst Bratsche und Instrumentalpädagogik in Berlin und wechselte später in die Erwachsenenpädagogik. Die selbständige Bildungsunternehmerin aus der Gemeinde Vierkirchen hat in Kaiserslautern studiert und will sich für neue Methoden gegen die Verfestigung von Langzeitarbeitslosigkeit einsetzen. Zu ihren bisherigen Erfolgen als Ortsvereinsvorsitzende gehört auch die Initiierung des Projektes „Görlitz im Roten Meer“ als Beteiligung am Görlitzer Europamarathon.

Andreas Herrmann aus Strahwalde, der bereits für die Wahlen zum Europäischen Parlament im Mai nominiert ist, sieht seine politischen Ziele vor allem in der Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Situation in der Oberlausitz. Der Journalist kandidierte bereits im Jahr 2009 für den Sächsischen Landtag im Wahlkreis 59, der neben Löbau auch Herrnhut und das Oberland umfasst. Darüber hinaus engagiert er sich als Sprecher des Kulturforums Lausitz für den Erhalt der regionalen Theaterlandschaft, die Kultur der Sorben sowie die grenzüberschreitenden Beziehungen nach Polen und Tschechien. Sein zukünftiges Engagement soll auch einer besseren Wirtschaft-und Sozialpolitik in einer neuen Landesregierung gelten, damit dringenden Bedürfnissen der Region mit ihrem demografischen Problem endlich Rechnung getragen wird.

Katrin von Schäwen, die für den Wahlkreis 60 rund um Zittau kandidiert, kommt vom beruflichen Umfeld her von der Zittauer Hochschule. Sie war stellvertretende Vorsitzende des SPD-Kreisverbandes und arbeitete später auch bei der SPD-Fraktion des Landtages von Baden-Württemberg in Stuttgart. In ihrer Vorstellungsrede sprach sie sich gegen die ungleiche Verteilung von Einkommen sowie für bessere Programme aus, die zu einem Schulabschluss führen. „Gerechtigkeitssinn und Glaubwürdigkeit“, sind meine politischen Leitbilder, sagte die Zittauerin. In ihrer Heimatstadt hat Katrin von Schäwen eine Ausbildung im Bereich Bürokommunikation gemacht und war später wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule Zittau. Seit 2007 ist sie Mitglied der SPD. Ihr soziales Engagement in Zittau gilt der Oberlausitzer Tafel sowie der Kita-Kinderland.